Der Fall Forum Design
Von: Landesgalerie Linz
15.10.2009 - 28.02.2010
Der Fall Forum Design
„Der Fall Forum Design“ ist eine Ausstellung über eine Ausstellung, die unter der Gesamtleitung von Helmuth Gsöllpointner 1980 in Linz stattfand.
Das Forum Design war durch seinen wissenschaftlichen Ansatz, sein Konzept, die Präsenz von wichtigsten Positionen des internationalen Designbetriebs, seinen Umfang, die spezielle Ausstellungsarchitektur und die Publikation „Design ist unsichtbar“ ein weltweit wahrgenommenes Projekt, das sich auf Augenhöhe mit der ersten Architekturbiennale von Venedig bewegte.
Allerdings sah sich das Linzer Großprojekt noch während seiner Laufzeit mit massiven Problemfeldern konfrontiert, die aus den Bereichen Budget und Zeitplan, Organisationsstruktur, Kompetenzverteilung, Besuchszahlen und Krisenmanagement resultierten. Bereits im Vorfeld rückte das Forum Design in den Mittelpunkt einer lokalen Medienkampagne gegen einzelne Verantwortliche. Der Rückzug von Sponsoren, Fehlkalkulationen und Budgetüberschreitungen verursachten schließlich eine finanzielle Situation, die in einen Strafprozess mündete und zur Verurteilung zweier Hauptverantwortlicher führte.
Die aktuelle Ausstellung in der Landesgalerie versteht sich als Versuch, dem historischen „Fall“ mit einer umfassenden Recherche zu begegnen, wobei anhand einer Daten- und Faktensammlung die komplexen Prozesse um Entstehung, Rezeption, Skandalisierung und Fortwirkung des Forum Design reflektiert werden und ehemalige HauptprotagonistInnen – im Rahmen einer filmischen Interviewserie von Nina Fuchs und Isabelle Muhr – erneut zu Wort kommen.
Ein eigener Ausstellungsbereich ist dem Projekt "Linz Hocker 2009 "von Thomas Feichtner gewidmet. Als Vertreter der aktuellen österreichischen Designszene konzipierte Feichtner eine produktorientierte Antwort auf den im Forum Design angelegten Diskussionsansatz über die Schnittstellen von Alltag, Kunst und Design.
Abbildung von:Norbert Artner: Teile der Forum Design-Ausstellungshalle in ihrer aktuellen Nutzung Attnang-Puchheim, 2009
© Norbert Artner
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